Wenn es Nacht wird in Fulda, weist Licht aus Wutha-Farnroda den Weg

Phoenix Mecano will den heimischen Markt weiter erobern und informieren Vertreter von Kommunen

Wutha-Farnroda. Die zehn neuen Straßenlampen am sanierten Bürgersteig der Wartburgallee in Eisenach sind von Anton Lichttechnik, dem Vertriebsarm für die LED-Außensysteme der Firma Phoenix Mecano in Wutha-Farnroda.

Zwei Leuchten dieser Firma beleuchten auch den Eisenacher Lutherplatz, und den Radweg zwischen Eisenach und Stockhausen illuminieren drei Leuchtpunkte der Reihe „StreetFlex“. Seit mehr als 20 Jahren tummelt sich Phoenix Mecano in der hart umkämpften Sparte LED-Technik, verarbeitet mehr als 40 Millionen LED im Jahr in den Standorten in Wutha-Farnroda und Buttlar zu hochwertigen LED-Baugruppen für die Automobil-, Bahn- und Medizintechnik. Seit 2012 hat die Firma Straßenleuchten im Portfolio. Dort will Phoenix Mecano weitere Marktanteile gewinnen.

Veranstaltungen wie Präsentationen vor Bürgermeistern von Gemeinden der Region gehören zum Handwerk. Zahlreiche Städte und Gemeinden haben nach 2010 ihre Beleuchtung umgerüstet. LED-Universalmodule sind dort im Einsatz, wo eine Umrüstung mit höchster Lebensdauer unabdingbar ist: in dekorativen und historischen Leuchten von Kommunen.

Die Innenstadt von Fulda wurde unlängst mit Phoenix-Modulen ausgestattet, die Innenstadt von Meiningen steht kurz davor (März), sagt Projektmanager Olaf Sausemuth. Gerne hätte Phoenix auch den Fuß in die Tür des neuen Eisenacher Busbahnhofes bekommen, aber da ging kein Weg beim Planer rein.

Der Wettbewerb ist hart. Teilweise werde dieser unter der Gürtellinie und mit Versprechungen geführt. Da werde etwa in Sachen Nutzlebensdauer schon mal das Blaue vom Himmel versprochen, weiß der Projektmanager. „Da ist viel Aufklärung nötig“, sagt Sausemuth.

Kommunale Parlamente sind in der Zwickmühle

Die Entwicklung der LED-Straßenleuchten hat enorm an Fahrt aufgenommen. Noch liegt die Zahl dieser eingesetzten Module in Thüringen und darüber hinaus weit unter zehn Prozent, sagen die Experten. Die Entwicklung der Technik verlaufe rasant. Neue Generationen von LED-Typen entstehen gerade. Für Bürgermeister und Kommunalparlamente ist diese Entwicklung ebenso ein Hemmnis wie die Amortisation dieser Technik. Warum schon jetzt einen Austausch der gemeindlichen Straßenbeleuchtung vornehmen, wenn es die alte noch tut und die Technik besser und der Preis günstiger wird? Das Vertriebsteam von Aton Lichttechnik weiß um diese Konstellation, wird aber nicht müde, die Vorzüge der Phoenix-Technik in den Ring zu werfen. Einer davon sei das Baukastensystem, neben den zahlreichen Steuerungsmöglichkeiten von Ersatz-LED und vielen anderen.

Die Gemeindevertreter, die sich überhaupt mit dieser Materie beschäftigen, meinen zu wissen, dass eine Einschraub-LED an sich derzeit noch so lichteffektiv ist wie der Wechsel des Gesamtpaketes. „Einem Gemeinderat geht es bei der Umrüstung vor allem um die Energieersparnis und ab wann sich die Investition rechnet“, sagt Krauthausens Bürgermeister Frank Moenke. Er war einer der Kommunalvertreter, die sich unlängst bei Phoenix Mecano in Wutha-Farnroda von den technischen Vorteilen überzeugten. Wenn sich ein Einzelner für den Ort schlau macht und ein bestimmtes Produkt empfiehlt, muss er sich eventuell noch vorwerfen lassen, dass er einen Vorteil daraus zieht, weiß Vertriebsmann Aton-Roland Zink. Planer hätten bei Straßenbauinvestitionen übrigens oft die geringste Ahnung vom Licht. Das habe im Gesamtpaket auch nur einen geringen Anteil.Während das Innenleben der Aton-Produkte, der LED-Retrofits wie es in der Fachsprache heißt, die lichttechnische Kompetenz des PM-Standortes Wutha-Farnroda abbildet, kooperiert man bei anderen Details mit Firmen aus der Region. Eine neue Beleuchtungslösung aus StreetFlex ist sogar patentiert, zertifiziert die gesamte Produktpalette.

Für die Kommunen spielen die Kosten eine wichtige Rolle. Eine höherwertige LED-Retro-Lampe kostet zwischen 60 und 100 Euro, eine Umrüstung pro Lichtpunkt 100 bis 150 Euro, dazu kommen Einkauf und Freigabeprüfung. „In Anbetracht der deutlich reduzierten Lebensdauer gegenüber einem professionellen Leuchtenprodukt und dem weiterhin zu erwartendem Wartungsaufwand ist ein anfänglich relativ geringer Kostenvorteil nicht mehr relevant“, sagt Olaf Sausemuth.

Für die Gemeindevertreter sind das nachvollziehbare Argumente. Dennoch würden sich Kommunen mit Investitionen dieser Art erst einmal zurückhalten, betonte Krauthauses Bürgermeister Moenke. Das liege an der Ungewissheit der Folgen der anstehenden Gebietsreform. Dort müssten erst Entscheidungen gefallen sein, ehe sich Kommunen mit Anschaffung von LED-Technik für die Straßenbeleuchtung befassen.

Thüringer Allgemeine / Jensen Zlotowicz / 18.01.17